Anästhesieverfahren
Jeder Eingriff, bei dem die schützende und empfindliche Haut des Körpers verletzt wird, erfordert eine gewisse Art der Betäubung (Anästhesie).
Dabei werden verschiedene Arten der Betäubung unterschieden:
Örtliche Betäubung
Die örtliche Betäubung kennen Sie meistens schon, z.B. vom Zahnarzt. Sie wird insbesondere bei kurzen, oberflächlichen Eingriffen eingesetzt. Hierbei wird das Betäubungsmittel direkt in das betreffende Areal gespritzt, so dass eine örtlich und zeitlich begrenzte Schmerzfreiheit erzielt wird. Eine Variante dieser Betäubungsart ist die Oberflächenanästhesie. Durch auftragen einer betäubenden Salbe kann zum Beispiel die Hautoberfläche zur Faltenunterspritzung ausreichend gut betäubt werden. Auch bei Kindern nimmt die Anwendung einer Salbe den Schmerz eines Einstichs.
Leitungsbetäubung
Hier werden gezielt einer oder mehrere Nerven in ihrem Velauf betäubt, die für die Empfindung (und meist auch der Bewegung) in einem speziellen Bereich zuständig sind. Beispiele hierfür sind die Plexus-Anästhesie, bei der durch zwei kleine Einstiche im Bereich der Achselhöhle der gesamte Arm betäubt wird oder der so genannte Fußblock, bei dem durch drei Einstiche im Bereich des Fußes der gesamte 1. Mittelfußknochen betäubt wird.
Analgo-Sedierung
Die Analgo-Sedierung ist eine Kombination aus örtlicher Betäubung und zusätzlicher Gabe von Beruhigungsmitteln.
Auch größere Eingriffe in örtlicher Betäubung können auf diese Weise durchgeführt werden.
Gut geeignet ist diese Variante für Patienten, die ängstlich vor einem Eingriff sind und befürchten, dem Stress während einer Operation bei vollem Bewusstsein nicht gewachsen zu sein. Für diese Patienten kann durch die so genannte Sedierung eine entspannte Situation geschaffen werden, die als sehr angenehm empfunden wird.
Bei einer Sedierung mittels Dauerinfusion ist zur optimalen Patientensicherheit die Anwesenheit eines Anästhesisten zur Durchführung und Überwachung unerlässlich.
Vollnarkose
Im Gegensatz zur Analgo-Sedierung wird bei einer Vollnarkose sowohl das Schmerzempfinden als auch das Bewusstsein des Patienten vollständig ausgeschaltet. Bei größeren Eingriffen trägt dies zum größtmöglichen Patientenkomfort bei. Der Patient wird sozusagen ohne Schmerzen und sonstige Belastungen im Schlaf operativ versorgt. Darüber hinaus stellt die Vollnarkose die völlige Bewegungslosigkeit des Patienten sicher und ermöglicht dem Chirurgen dadurch ein hoch präzises Operieren.
Vor Eingriffen, die eine Überwachung durch einen Facharzt für Anästhesie (Narkosearzt) erfordern, wird der Narkosearzt seine Vorgehensweise und die damit verbundenen Vor- und Nachteile ausführlich mit Ihnen besprechen.