Analvenenthrombose
Die Analvenenthrombose wird im Volksmund häufig auch als „äußere Hämorrhoide“ bezeichnet. Dies ist medizinisch jedoch nicht korrekt.
Bei Hämorrhoiden schwillt das Gefäßgeflecht der Enddarmschleimhaut an, was zu einem Vorfall von Gewebe bis vor den Analkanal führen kann.
Im Gegensatz dazu beschreibt der Begriff Analvenenthrombose eine lokale Blutgerinnselbildung in kleinen Venen am Analrand, die unter der Haut verlaufen und kreisförmig die Analöffnung umziehen. Es sind kugelige, meist blaue Knoten am äußeren Analrand, die beim Sitzen sowie bei der Stuhlentleerung Schmerzen verursachen. Die Entstehung der Analvenenthrombose ist noch nicht vollständig geklärt.
Die Diagnose geschieht üblicherweise durch eine direkte Inspektion des betroffenen Bezirks durch Ihren behandelnden Arzt. Die Thrombose schimmert durch die Haut als bläulich-blasser Knoten. Mitunter kommt es im fortgeschrittenen Stadium der Analvenenthrombose zu einem spontanen Durchbruch des Gefäßes mit Austritt von Blut, Gerinnseln und Sekret.
Die meisten Analvenenthrombosen bilden sich spontan zurück und bedürfen keiner operativen Behandlung.
Bei starken Schmerzen ist die Therapie der Wahl eine chirurgische Eröffnung der Analvenenthrombose unter ärztlicher Betäubung. Im Anschluss an den Eingriff wird die entstandene Wunde mit einer Salbenkompresse versorgt. Hier bieten sich entweder desinfizierende Salben an oder die üblichen Präparate, die auch bei Hämorrhoiden angewandt werden. Des Weiteren werden das Ausduschen der Wunde sowie Kamillesitzbäder empfohlen. Die Wunde heilt in der Regel komplikationslos, mit einem Widerauftreten der Analvenenthrombose muss jedoch in bis zu 50 Prozent aller Fälle gerechnet werden.