Bandverletzungen der Hand
Die große Beweglichkeit der Hand ist erst durch ihre vielen Gelenke möglich. Diese sind, neben den Gelenkkapseln, mit Bändern stabilisiert. Durch Stürze kann es zu Zerreißungen der Bänder kommen. Zwei häufige Verletzungen sind der Skidaumen und eine Zerreißung des SL-Bandes (scapholunäre Bandruptur). Je nach Instabilität ist eine angepasste Therapie erforderlich.
Skidaumen
Diese Verletzung entsteht oft durch einen Sturz beim Skifahren. Hierbei zerreißt das ellenseitig gelegene Band am Daumengrundgelenk und führt zu einer Instabilität des Gelenkes. Da dadurch das Greifen von Gegenständen erschwert wird und es zu einer Fehlstellung mit nachfolgender Arthrose des Gelenkes kommt, ist hier die operative Therapie unumgänglich.
Die Therapie richtet sich nach der Höhe des Bandrisses. Ist das Band direkt am Knochen, oder sogar mit einem Knochenstück ausgerissen, wird es mit einem so genannten Fadenanker wieder am Knochen fixiert. Ist das Band mittig gerissen, so kann es einfach wieder genäht werden. Ein mittiger Riss ist jedoch selten. In beiden Fällen ist nach der Operation die Ruhigstellung im Daumengips für circa fünf Wochen erforderlich.
Zerreißung des SL-Bandes (scapholunäre Dissoziation)
Hierbei handelt es sich um die Zerreißung des Bandes zwischen Kahnbein und Mondbein nach einem Sturz auf die Hand oder einem so genannten Anpralltrauma bei sonstigen Unfällen. Die Diagnostik beinhaltet eine konventionelle Röntgenaufnahme vom Handgelenk in zwei Ebenen sowie zusätzliche Belastungsaufnahmen. Bei Verdacht auf eine SL-Bandruptur sollte die Diagnostik durch eine Kernspintomographie mit Kontrastmittel und eine Spiegelung des Handgelenkes vervollständigt werden. Die Instabilität bei chronischer scapholunärer Dissoziation entwickelt sich über Jahre hinweg und äußert sich durch Schmerzen, Kraftverlust und/oder einem Knacken im Handgelenk. Es kommt zu einer Arthrose des Handgelenkes.
Die Spiegelung des Handgelenkes (Handgelenksarthroskopie) ist ein wesentlicher Bestandteil der Therapie. Hierdurch wird das Stadium der Bandverletzung bestimmt. Dies ist wesentlich für die weitere operative Versorgung.
Handgelenksspiegelung (Handarthroskopie)
Wie beim Kniegelenk kann auch das Handgelenk gespiegelt werden. Diese Operation ist häufig bei unklaren Beschwerden am Handgelenk angezeigt und wichtig, um die weiteren Therapiemöglichkeiten festzulegen. Dies ist zum Beispiel bei Verletzungen von Bändern der Handwurzel (SL-Dissoziation), Verdacht auf Arthrose des Handgelenkes, und bei Verdacht auf eine Schädigung des ellenseitg am Handgelenk gelegenen Faserknorpelkomplexes (TFCC) erforderlich. Bei der Operation können Schädigungen des Faserknorpelkomplexes sofort behandelt werden. Sie kann ambulant erfolgen.