Narbenbruch

 

Die Narbenhernie ist eine häufige Spätkomplikation in der Bauchchirurgie. Ein wieder geöffneter chirurgischer Nahtverschluß war in der Vergangenheit die Ursache bei etwa jeder zweiten Narbenhernie. Akzeptable Reparationsergebnisse konnten erst in den letzten Jahren durch Implantation von Kunststoffnetzen erreicht werden.

Narbenbrüche treten zu 50 Prozent innerhalb des ersten Jahres nach der Operation auf. Nach drei Jahren zeigen etwa 80 Prozent der Brüche deutliche Symptome. Die Entstehung wird –

ähnlich der anderen Hernien –  durch eine Vielzahl von Faktoren begünstigt die den Druck im Bauchraum erhöhen. Bei einem Narbenbruch spielen zusätzlich noch Einflüsse auf die Wundheilung eine Rolle. Da es sich bei dem Narbenbruch um die Komplikation einer Operation handelt, wurde die Durchführung des Ersteingriffs umfassend als Ursache diskutiert. Von der Schnittführung über Schnittlänge und Nahttechnik bis hin zu dem Nahtmaterial­ – bisher blieben diese kontroversen Debatten jedoch ohne eindeutiges Ergebnis.

 Um die Diagnose zu stellen, erfolgt eine körperliche Untersuchung. Typisch ist die Vorwölbung im Bereich der Bauchdeckennarbe mit tastbar auseinander weichenden Rändern der Muskelgleitschicht. Nicht selten lassen sich mehrfach vorhandene Defekte mit dazwischen liegenden Brücken aus der Muskelgleitschicht innerhalb des Narbenverlaufes ertasten.

Insbesondere kleine Bruchlücken lassen sich mit Hilfe  eines Ultraschalls (Sonographie) leicht bestätigen. In der Nahfelduntersuchung können die verschiedenen Schichten der Bauchwand dargestellt werden.

Nur eine erneute Operation sichert einen bleibenden Heilungserfolg. Für die chirurgische Versorgung des Narbenbruchs stehen verschiedene Operationsverfahren für den Verschluss der Bruchlücke zur Verfügung. Aufgrund der Gefahr einer abgeklemmten Blutversorgung der Darmschlingen ist es nötig, dass besonders kleine Brüche sehr frühzeitig operiert werden.