Facharztpraxis ist der erste Mieter für das Gebäude, das für rund sieben Millionen Euro saniert wird.
Im Flur sieht es bereits herrschaftlich aus. Auf dem Fußboden liegen grau-blaue Jura-Steinplatten, die Wände sind in einem sandfarbenen Ton gestrichen, und die mehr als vier Meter hohe Decke wird von einer silber-grauen Tapete mit dekorativem
Muster geziert. Flachbildschirme an den Wänden werben für die künftigen Mieter des Kaiserlichen Hauptpostamtes. „Wir wollten ein historisch-modernes Aussehen passend zum 120 Jahre alten Gebäude“, sagt Martin Grefraths. Der Diplom-Ingenieur ist der Bauleiter der Hausverwaltung Gebrüder Erdtmann, die am Ostwall 215 das alte Hauptpostamt in ein medizinisches Zentrum verwandelt. Seit rund einem Jahr wird hinter der Sandsteinfassade des denkmalgeschützten Gebäudes gearbeitet. Anfang nächsten Jahres soll dann der erste Mieter, die Manus-Klinik, in das Medi-Zentrum einziehen.
Im Innenhof wird es 70 Parkplätze geben
Bisher zeugt nur der Flur im Eingangsbereich am Ostwall von dem hochwertigen Medizin-Zentrum, das hier geschaffen werden soll. Da das Gebäude aus dem Jahr 1890 denkmalgeschützt ist, sind für das rund sieben Millionen Euro teure Projekt viele Absprachen nötig – Genehmigungen müssen eingeholt werden. Die Gestaltung des Flurs wurde etwa mit der Denkmalschutzbehörde der Stadt Krefeld abgesprochen. So wurden auch die 1400 Fensterflügel des Gebäudes nicht ausgetauscht und erneuert, sondern die alten instand gesetzt und grau lackiert.
Der größte Teil der Arbeiten steht aber erst noch an. Der Haupteingang zum Medi-Zentrum wird an der Rückseite entstehen, erreichbar über den Jungfernweg. Vor das jetzige Gebäude soll ein Bau aus Stahl und Glas gesetzt werden. Grefraths: „Es soll ein repräsentativer Eingang werden.“ 70 Parkplätze werden auf dem Innenhof des Postgeländes und im Bereich dahinter den Besuchern des Zentrums zur Verfügung stehen.
Im Innern werden die Lastenaufzüge zu drei Personenaufzügen umfunktioniert. Die öffentlichen Bereiche wie Flure und Treppenhäuser sollen alle ein historisch-modernes Aussehen bekommen. Die Gestaltung der Praxen ist dann Sache der künftigen Mieter, die für die zweite und dritte Etage noch nicht feststehen. Es würden bereits mit Interessenten Gespräche geführt, verrät Grefraths. Insgesamt stehen 2550 Quadratmeter auf den drei Etagen für Praxen zur Verfügung. „Pro Etage können maximal drei Mieter untergebracht werden“, sagt Grefraths.
Die Manus-Klinik will ihren OP-Bereich vergrößern
Auf der ersten Etage braucht man noch viel Fantasie. Bis auf die tragenden Wände und Säulen haben die Handwerker alle Wände rund um das Atrium in der Mitte der Etage rausgerissen. Zum Jahreswechsel wird die Manus-Klinik von der Petersstraße 88 an den Ostwall ziehen. „Wir möchten uns vergrößern und verschönern“, sagt Dr. Peter Kranen. „Vor allem der OP-Bereich wird deutlich größer.“
Statt der jetzigen 600 Quadratmeter an der Petersstraße stehen den Ärzten im Medi-Zentrum 850 Quadratmeter zur Verfügung. Mit einem auf medizinische Einrichtungen und Kliniken spezialisierten Architekten wurde die Planung gemacht.
Geplant ist ein Klinikbereich mit 14 Betten und zwei Operationssälen
„Auf der Seite zum Ostwall hin wird die Klinik mit acht Zimmern und 14 Betten entstehen“, sagt Grefraths, während er durch die kahle Etage führt. Zwei Operationssäle wird es in der Manus-Klinik geben, inklusive Sterilisations-Bereich und Schleusen. Auf der anderen Seite des Gebäudes sollen die Behandlungs- und Praxisräume entstehen.
Den groben Plan für die Aufteilung gibt es zwar bereits, was die Inneneinrichtung angeht, stehen die Ärzte noch vor der Qual der Wahl. „Wir sind gerade in der Entscheidungsphase und wissen noch nicht, für welches Konzept der Innenarchitekten wir uns entscheiden werden“, sagt Kranen. „Es wird eine Kombination aus modern und wohnlich. Das Wichtigste ist für uns aber, dass wir die Arbeitsabläufe gut organisieren können.“
Denn immerhin planen die Ärzte, sich langfristig am Ostwall niederzulassen. „Das soll unser letzter Umzug sein, der Mietvertrag ist quasi auf Lebenszeit geschlossen“, sagt Dr. Martin Rummeny.
Quelle: wz-newsline.de