ELLENBOGEN. CHIRURGIE. BEHANDLUNGSFELDER.


Ein Golferellenbogen entsteht durch eine Entzündung am Sehnenansatz, die bei Über- oder Fehlbelastungen auftritt. Bei dieser Erkrankung (Epicondylitis humeri ulnaris) tritt ein Druckschmerz an der Innenseite des Ellenbogens auf, der in den gesamten Arm ausstrahlen kann. Betroffen sind die Sehnenansätze der Muskeln, die das Handgelenk und die Finger beugen.

Ursachen
Die Erkrankung ist häufig das Resultat einer falschen Technik bei diversen Sportarten (Golf, Squash, Badminton u. a.). Sie kann aber auch durch eine Überbeanspruchung der Beugemuskulatur hervorgerufen werden.

Behandlung | Konservative Methode
Zunächst erfolgt eine konsequente, konservative Therapie mit vorübergehender Ruhigstellung, Salbenverbänden und entzündungshemmenden Medikamenten. Eine Stoßwellentherapie kann ebenfalls zur Heilung führen.

Behandlung | Operative Methode
Falls die Beschwerden weiter bestehen, ist eine Operation angeraten. Hierbei wird der betroffene Muskel bzw. Sehnenansatz eingekerbt. Ebenso wie beim Tennisarm kann eine Durchtrennung der überreizten schmerzleitenden Nerven am Knochenansatz erfolgen, um die Schmerzen zu beseitigen.

Bei einer Ellenbogengelenkfraktur sind einer oder mehrere der drei Knochen (Oberarm, Elle, Speiche), die das Ellenbogengelenk bilden, gebrochen. Man unterscheidet zwischen einem Oberarmbruch (Humerusfraktur), einem Speichenbruch (Radiuskopffraktur) und einem Ellenbruch (Ullnafraktur, auch Olekranofraktur genannt). Derartige Knochenbrüche nahe dem Ellenbogengelenk kommen sowohl bei Kindern, als auch bei Erwachsenen relativ häufig vor.

Ursachen
Ellenbogengelenkbrüche sind meist die Folge eines Sturzes auf den ausgestreckten Arm oder direkt auf das Gelenk. Bei einer Ellenbogengelenkfraktur werden die Knochenbruchstücke in den meisten Fällen so verschoben, dass sie nicht mehr richtig aufeinander stehen.

Beschwerden
Die Folge sind starke Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im Ellenbogengelenk, das zudem geschwollen und bei Blutungen rötlich unterlaufen sein kann. Auch Blutgefäße und Nerven in der Nähe des Gelenkes können bei einer Ellenbogengelenkfraktur verletzt sein. Dies äußert sich z.B. durch Empfindungsstörungen und eine Muskelschwäche.

Behandlung | Konservative Methode
Die Behandlung einer Ellenbogengelenkfraktur richtet sich danach, inwieweit die einzelnen Knochenbruchstücke gegeneinander verschoben sind. Ein nicht-operatives Vorgehen mit einer drei- bis vierwöchigen Ruhigstellung des betroffenen Ellenbogengelenks in einem Oberarmgips ist nur in den seltenen Fällen möglich – nur dann, wenn die Bruchstücke nicht oder nur minimal verschoben sind.

Behandlung | Operative Methode
Bei den meisten Ellenbogengelenkbrüchen handelt es sich um schwere Verletzungen mit erheblichen Verschiebungen der Knochenbruchstücke. Um das Risiko bleibender Schäden zu verhindern, ist in den meisten Fällen eine operative Behandlung notwendig. Dabei werden die einzelnen Knochenbruchstücke in ihre ursprüngliche Position geführt und dort fixiert. Bei schweren Brüchen oder bei älteren Patienten, bei denen sich der gebrochene Knochen nur schwer reparieren lässt, kommt auch der Einsatz eines künstlichen Gelenkes infrage.

Neben den Sehnen können auch Nerven durch eine Druckschädigung in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Steuerung der Ellenbogenmuskulatur erfolgt über die drei Hauptnerven des Arms: den Speichennerv (Nervus radialis), den Mittelnerv (Nervus medianus) und den Ellennerv (Nervus ulnaris). Die häufigsten Formen der Einengung der Nerven sind das Karpaltunnelsyndrom, das Ellenrinnensyndrom und das Loge de Guyon-Syndrom.

Ellenrinnensyndrom
Das Kahnbein ist einer der acht Handwurzelknochen des Menschen. Der Kahnbeinbruch ist der häufigste Knochenbruch der Handwurzelknochen und entsteht durch einen Sturz auf die Hand. Die Symptome sind vielfältig.

Beschwerden
Charakteristische Beschwerden sind Kribbeln und nächtliche Schmerzen in Klein- und Ringfinger. Auch Schmerzen im Bereich des Ellenbogens bei Belastung werden von Patienten angegeben. Bei längerem Bestehen der Nervenkompression sind ein Schwund der zugehörigen Handinnenmuskulatur sowie eine Abspreizschwäche der Finger nachweisbar. Diese Kompression entsteht durch Veränderungen des Knochenkanals nach Knochenbrüchen oder durch Prellungen in dem entsprechenden Bereich.  

Behandlung | Operative Methode
Die Behandlung erfolgt operativ in der Freilegung des Nervs über einen bogenförmigen Hautschnitt am Ellenbogengelenk. Auch eine Verlagerung des Nervs aus der Knochenrinne heraus auf die Beugeseite des Ellenbogengelenks ist möglich.

Karpaltunnelsyndrom
Bei dem Karpaltunnelsyndrom handelt es sich um eine Einengung des Mittelhandnervs (Nervus medianus) im Bereich des Handgelenks mit einem typischen Verlauf. Die Beugesehnenscheiden sind dabei durch Entzündungen oder hormonelle Ursachen (Wechseljahre) angeschwollen.


Beschwerden
Typischerweise berichtet der Patient über ein Kribbeln/Einschlafen der Hand, insbesondere nachts, beim Telefonieren, Halten des Lenkrads oder Radfahren. Durch Schütteln und Bewegen der Hand bessern sich die Beschwerden. Oft wird über Schmerzen im Bereich des Handgelenks berichtet, die bis in den Oberarm ausstrahlen können. Eine Einschränkung der Feinmotorik (Hemd zuknöpfen, Einschränkung beim Schreiben und feinen Arbeiten) tritt häufig auf.

Bei zunehmender Ausprägung kommt es zu ständigen Missempfindungen mit zunehmender, zum Teil bleibender Taubheit der Finger. Des Weiteren kann sich die Daumenballenmuskulatur vermindern. Dieser Prozess ist häufig nicht umkehrbar. Die Einengung kann nach Brüchen des Handgelenks und bei Tumoren im Karpalkanal auftreten. Häufig ist jedoch keine spezifische Ursache nachweisbar.

Behandlung | Diagnosestellung
Die Diagnose erfolgt durch eine Untersuchung der Hand sowie einer Analyse der elektrischen Leitfähigkeit des Nerven (NLG). Diese wird vom Neurologen durchgeführt.

Behandlung | Konservative Methode
Sie richtet sich nach dem Ausmaß der Beschwerden in Abhängigkeit von der Dauer der Symptome. Und erfolgt entweder konservativ oder operativ.

Behandlung | Operative Methode
Das Ziel der Operation ist es, die Einklemmung des Nervs auf Dauer zu beseitigen. Hierzu wird das Band (Retinaculum flexorum) vollständig, unter Schonung des Nerven und der Sehnen, durchtrennt. Die Operation wird in der Regel ambulant und in örtlicher Betäubung des Armes (Plexusanästhesie) durchgeführt. Dies kann auf zwei verschiedene Arten – offen oder endoskopisch - geschehen.

Syndrom der Loge de Guyon
Der Ellennerv zieht am Handgelenk zwischen zwei Handwurzelknochen nochmals durch eine Engstelle, die so genannte Loge de Guyon. Eine hier lokalisierte Kompression entsteht aus denselben Gründen wie das Ellenrinnensyndrom. 


Beschwerden
Die Beschwerden der Patienten sind eindeutig: Betroffene Patienten klagen über ein Kribbeln und Schmerzen in Klein- und Ringfinger. Hier liegt jedoch niemals ein Taubheitsgefühl am Handrücken vor, wie es beispielsweise bei einer Einengung des Nervs am Ellenbogen vorkommt. Es kann allerdings eine muskuläre Schwäche (Parese) beim Zusammenführen der Finger auftreten. Eine Druckschädigung durch eine einseitige Haltung kann relativ leicht vermieden – oder zumindest abgepolstert werden.

Behandlung | Konservative Methode
Erholen sich Nerv und Muskulatur, so kann auf eine Operation verzichtet werden.

Behandlung | Operative Methode
In den meisten Fällen muss die Loge allerdings zur Aufhebung der Kompression am ellenseitigen Handgelenk nahe dem Kleinfingerballen geöffnet werden. In einer Schiene kann das Handgelenk nach einer Operation für einige Tage ruhig gestellt werden. Die Ruhigstellung mindert den Schmerz nach der Operation und fördert in den ersten Tagen die Wundheilung. Finger und der Daumen sind dabei gut beweglich.

Hierbei handelt es sich um eine zwischen Speichenköpfchen und Ellenbogen eingeklemmte Schleimhautfalte, die die Gelenkbeweglichkeit einschränken kann. Oft verkannt als Tennisellenbogen ist die Erkrankung erst durch Fortschritte in der Arthroskopie in den letzten Jahren bekannt geworden.

Beschwerden
Die Beschwerden sind ähnlich wie bei einem Tennisarm (anfänglicher Belastungsschmerz z. B. beim Heben von Gegenständen vom Handrücken in den Ellenbogen bis in die Schulter; später auch Ruheschmerz mit eingeschränkter Bewegungsfähigkeit). Typischerweise liegt hier allerdings eine Schmerzverstärkung bei einer vollständigen Ausstreckung des Armes vor.

Behandlung | Operative Methode
Hier kann die Spiegelung (Arthroskopie) durch eine Abtragung der Falte schnell Abhilfe leisten.

Durch Über- und Fehlbelastungen kommt es zu einer Entzündung am Sehnenansatz in Form von Tennisellenbogen (Tennisarm) oder Golferellenbogen. Beim so genannten Tennisarm (Epicondylitis humeri radialis) die Beschwerden im Bereich des äußeren Ellenbogens auf und können vielfältig sein.

Ursachen
Betroffen sind die Sehnenansätze der Muskeln, die das Handgelenk und die Finger strecken. Der Tennisarm entsteht durch eine Überbeanspruchung der Unterarmmuskulatur durch extreme oder dauernd wiederkehrende Bewegungen. Mögliche Auslöser sind:

  • Einseitige Beanspruchungen (z. B. bei Tastatur-/Mausbenutzung)
  • Falsche Haltung (im Beruf, bei der Haus- und Gartenarbeit oder in der Freizeit)
  • Falsche Technik bei Schlägersportarten

Beschwerden
Am Anfang treten Beschwerden nur bei Belastung auf. Patienten berichten über Schmerzen beim Heben von Gegenständen. Die Schmerzen ziehen typischerweise vom Handrücken in den Ellenbogen und strahlen eventuell sogar bis in die Schulter aus. Später kann ein Ruheschmerz auftreten. Die Bewegungsfähigkeit des Armes ist stark eingeschränkt.

Behandlung | Konservative Methode
Zunächst erfolgt eine konsequente konservative Therapie mit vorübergehender Ruhigstellung, Salbenverbänden und entzündungshemmenden Medikamenten. Eine Stoßwellentherapie kann ebenfalls zur Heilung führen.

Behandlung | Operative Methode
Spricht diese Behandlung bei den Patienten nicht an, so empfiehlt sich eine Operation. Hierbei wird die Muskulatur am Knochenansatz eingekerbt und die schmerzleitenden Nervenfasern durchtrennt.

Bei kaum einem Gelenk hat die arthroskopische Chirurgie (Spiegelung) in den letzten zehn Jahren eine solche Entwicklung erfahren wie bei dem Ellenbogen. Diente die therapeutische Gelenkspiegelung anfänglich vor allem der Entfernung freier Gelenkkörper, so wurde die Liste der Anwendungen in jüngerer Zeit immer länger. Das Ellenbogengelenk ist ein kompliziert aufgebautes Scharnier-und Kugelgelenk mit mehreren, teilweise schwer zugänglichen Gelenkanteilen. So ist die Durchführung – vor allem der Eintritt durch die Haut – nicht ganz unkompliziert.

Behandlung | Operative Methode
Durch weiterentwickelte Technik, ein besseres anatomisches Verständnis sowie sachkundige und erfahrene Operateure wird die Gelenkspiegelung für Diagnostik und Therapie am Ellenbogen den offenen Operationsverfahren immer öfter vorgezogen.
Der Eingriff wird ambulant durchgeführt und erfolgt entweder in Vollnarkose oder in örtlicher Betäubung des Armes (Plexusanästhesie). 
Der Zugang zu dem Gelenk erfolgt durch kleine Einschnitte, über die eine Optik in das Gelenk geführt wird. Damit ist es möglich das Gelenkinnere zu betrachten. An der erkrankten Stelle werden über weitere Zugänge mit kleinen, speziellen Instrumenten Gewebe abgetragen, Knorpelstücke entfernt oder wieder befestigt.

Bereits am Operationstag wird mit Bewegungsübungen begonnen. Regelmäßige Nachuntersuchungen erfolgen nach zwei, vier und sechs Wochen sowie nach vier bis acht Monaten. Patienten mit körperlich wenig belastenden Berufen sind in der Regel nach zwei bis drei Wochen wieder voll arbeitsfähig.

Behandlung | Therapeutische Gründe
Die Ellenbogenspiegelung wird bei den folgenden Krankheitsbildern zur Therapie eingesetzt:

  • Freie Gelenkkörper im Ellenbogengelenk, bestehend aus Knorpel, Knochen oder der inneren Gelenkhaut (Synovialis)
  • Osteochondrosis dissecans (Untergang von Knochengewebe unterhalb des Gelenkknorpels mit Abstoßung des betroffenen Knochenareals und Ablösung des darüber liegenden Knorpels als freier Gelenkkörper
  • Synovialitis (chronische Entzündung der Gelenkschleimhaut) bei Arthritis und Arthrose
  • Beginnende Arthrose des Ellenbogengelenks
  • Geringe bis mäßige Bewegungseinschränkungen
  • Plica-Impingement-Syndrom
  • Entfernung und Glättung von Knorpelschäden
  • Gelenkschleimhautentfernung bei chronischer Entzündung mehrerer Gelenke (Polyarthritis)
  • Infekt (Entfernung der Gelenkschleimhaut, Spülung)
  • Entfernung von lokalisierten, gutartigen Tumoren an Knochen- und Gelenkschleimhaut
  • Entfernung des Speichenköpfchens nach Frakturen / abgestorbenem Gewebe (Nekrose)
  • Einrenkung von einfachen Radiusköpfchenfrakturen

FACHBEREICHE


Fachbegriffe


  • Arthroskopie des Ellenbogens
  • Ellenrinnensyndrom
  • Golferarm | Golferellenbogen
  • Karpaltunnelsyndrom
  • Knochenbruch Ellenbogengelenk
  • Loge de Guyon Syndrom
  • Nervenengpassyndrom
  • Nervus medianus Syndrom
  • Plica Impingement Syndrom
  • Sulcus ulnaris Syndrom
  • Tennisarm | Tennisellenbogen