ENDDARM. CHIRURGIE. BEHANDLUNGSFELDER.


Unter dem Begriff Enddarm werden eigentlich der S-förmige Darm (Sigma), der Mastdarm (Rektum) und der Darmausgang (Anus) zusammengefasst. Im chirurgischen Alltag wird unter Enddarm, im Wesentlichen der Mastdarm und der Darmausgang verstanden. Erkrankungen in diesem Bereich sind sehr häufig und darüber hinaus sehr speziell. Sie müssen stets in einem Zusammenhang gesehen werden, um entsprechende Therapiestrategien einzuleiten.

Der Enddarm besitzt sehr komplizierte und empfindliche Strukturen, wie z. B. der komplexe Schließapparat. In der Enddarmchirurgie sind daher spezielle Kenntnisse und langjährige Erfahrung Voraussetzung. Demzufolge ist eine Spezialisierung des Chirurgen auf diesen Fachbereich erforderlich, um gute Operationserfolge zu erreichen.

Arterien und Venen, die den Enddarm versorgen, bilden ein Geflecht. Infolge von lokalen Infektionen, mechanischer Beanspruchung (Verstopfung), Schwangerschaft oder überwiegend sitzender Tätigkeit können sich knotenförmige Erweiterungen dieser Gefäße bilden, die so genannten Hämorrhoiden. Es werden vier Stadien der Hämorrhoiden unterschieden.

Beschwerden und Stadien
Hämorrhoiden 1. Grades
Sie äußern sich in Juckreiz und Schmerzempfindungen im Analbereich und sind äußerlich nicht sichtbar.

Hämorrhoiden 2. Grades
Sie werden bei der Stuhlentleerung herausgepresst, ziehen sich aber von selbst wieder zurück. Auffällig ist in diesem Fall der Abgang von hellrotem Blut mit dem Stuhl. Starker Juckreiz, Brennen und Schleimabsonderungen sind weitere Merkmale.

Hämorrhoiden 3. und 4. Grades
Sie können sich nicht mehr selbständig zurückziehen. Zu starken Schmerzen kommen Entzündungen der Analschleimhaut hinzu.

Ursachen
Die Neigung zu Hämorrhoiden kann erblich bedingt sein, insbesondere bei Veranlagung zu einer Bindegewebsschwäche. Die Entstehung von Hämorrhoiden wird begünstigt durch häufige Verstopfung und ballaststoffarme Ernährung, regelmäßige Einnahme von Abführmitteln, starkes Pressen beim Stuhlgang, Übergewicht und Bewegungsarmut ("sitzende Berufe").

Eine gute Verdauung und regelmäßige Darmentleerung sorgen Hämorrhoiden vor. Dies erreichen Sie durch ballaststoffreiche Kost, eine hohe Flüssigkeitsaufnahme und viel Bewegung. Ist eine Verstopfung vorhanden, so hilft die Einnahme von Quellmitteln wie Leinsamen, Kleietabletten oder -pulver sowie die Aufnahme von viel Flüssigkeit. Achten Sie auch auf gute Analhygiene und reinigen Sie Ihren After nach dem Stuhlgang sorgfältig mit weichem Papier oder mit speziellen Feuchttüchern.

Wenn Beschwerden erstmalig auftreten, muss unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Dieser klärt ab, ob es sich um Hämorrhoiden oder weniger harmlose Erkrankungen, wie z.B. Dickdarmkrebs handelt. Bitte benachrichtigen Sie auch Ihren Arzt bei starker Blutung oder eingeklemmten Hämorrhoiden. Die auftretenden Beschwerden können medikamentös behandelt werden.

Behandlung | Konservative Therapie
Zur symptomatischen Behandlung von Hämorrhoiden, stehen eine Reihe von Medikamenten zur Verfügung. So genannte Lokalanästhetika helfen gegen Schmerzen, Brennen und Juckreiz, Zink- oder Wismutsalze wirken blutstillend. Die blutstillenden Substanzen wirken auch positiv bei Rissen und Schrunden in der Afterschleimhaut (so genannten Analfissuren), weil sie zusätzlich Flüssigkeit binden und Entzündungen hemmen. Außerdem gibt es eine Reihe von pflanzlichen Medikamenten zur Hämorrhoidenbehandlung mit entzündungshemmenden, abschwellenden oder auch blutstillenden Eigenschaften, wie z. B. Rosskastanien-, Hamamelis- oder Eichenrindenextrakte. Diese Stoffe sind in Form von Salben, Zäpfchen, speziellen Tamponaden oder Sitzbädern erhältlich und wirken somit direkt vor Ort. Salben sollten mit einem Analrohr versehen sein, damit die Salbe direkt an die inneren Hämorrhoiden herangebracht werden kann.

Behandlung | Operative Therapie
Die Hämorrhoiden selbst lassen sich dadurch jedoch nicht beseitigen. Bringt eine konservative Therapie keine Besserung, so können die Hämorrhoiden in der MANUS KLINIK operativ entfernt oder verödet werden.

Bei diesem Krankheitsbild handelt es sich um eiternde Gänge in der Region um die Enddarmöffnung. Der Ursprung ihrer Entstehung liegt in den so genannten Duftdrüsen (Proktodealdrüsen).

Ursachen
Im Gegensatz zu anderen Säugetieren werden die so genannten Duftdrüsen (Proktodealdrüsen) bei dem Menschen nur noch vereinzelt im Embryonalstadium angelegt. Sie befinden sich zwischen dem inneren und äußeren Anteil des Schließmuskels und haben einen Ausführungsgang in den inneren After. Kommt es zu einer Entzündung der Proktodealdrüse führt die Gewebeschwellung zu einer Verstopfung der Ausführungsgänge. Es entwickelt sich hierauf eine Eiteransammlung (Abszess), die sich zwischen den verschiedenen Schließmuskelanteilen ausbreiten kann. Diese Eiteransammlung kann sich entweder spontan nach außen entleeren oder durch operative Maßnahmen geöffnet werden, so dass hierdurch die typische Verbindung nach außen entsteht. Die Proktodealdrüse unterhält eine ständige Sekretion über die Fistelöffnung, die sich deshalb nicht spontan verschließt. Jetzt besteht das Krankheitsbild der Analfistel.

Beschwerden
Der Patient bemerkt häufig die Bildung eines Pickels in der Analregion. Dieser fällt durch wiederholte Schwellungen, eitrige Absonderung und zeitweilige Schmerzen auf. In diesem Fall ist eine weiterführende Diagnostik nötig. Der Abszess entsteht kurzfristig und äußert sich durch eine zunehmend schmerzhafte Schwellung in der Afterregion, Abgeschlagenheit und erhöhte Körpertemperatur.

Behandlung | Diagnosestellung
Der behandelnde Arzt untersucht in Seitenlage oder so genannter Steinschnittlage (wie beim Frauenarzt) nach den äußeren Anzeichen einer Analfistel. Anschließend wird mit dem Finger der Schließmuskel nach krankhaften Veränderungen, insbesondere nach einer inneren Fistelöffnung abgetastet, welche sich als ein Grübchen darstellen kann. Bei unsicherem Befund erfolgt eine Spiegelung des inneren Afters, die so genannte Proktoskopie. Diese ist nicht unangenehmer als eine Untersuchung mit dem Finger. Durch vorsichtige Sondierung bzw. durch Einbringen von einer Farbstofflösung in die äußere Fistelöffnung, kann die innere Fistelöffnung eindeutig dargestellt werden. Nach Voroperationen sind die Befunde manchmal durch vernarbtes Gewebe schwierig zu interpretieren. Hier hilft eine Überprüfung mit Ultraschall (Endosonographie) oder eine Kontrastmitteluntersuchung weiter.

Arten
Der Verlauf der Fistelgänge in Relation zum Schließmuskel ist maßgeblich für die Einteilung und Therapieplanung einer Analfistel. In Anlehnung an eine bekannte Klassifikation nach Parks unterscheidet man vier Formen von Analfisteln.
Intersphinktäre Analfisteln: Die Gänge verlaufen zwischen dem inneren und äußeren Schließmuskel.
Transsphinktäre Analfisteln: Die Gänge durchqueren beide Schließmuskelanteile.
Suprasphinktäre Analfisteln: Die Gänge verlaufen zwischen Schließmuskel und Beckenbodenmuskel.
Extrasphinktäre Analfisteln: Die Gänge verlaufen außerhalb der Schließmuskeln und haben ihren Ursprung nur ausnahmsweise in einer Proktodealdrüse.
80% der Analfisteln sind der Arten I und II zuzuordnen. Die Therapie der Wahl besteht in der Öffnung der Eiterhöhle und Schaffung eines großzügigen Abflusses.

Behandlung | Operative Methode
Analfisteln der Klasse I und II werden bei oberflächlichem Verlauf der so genannten Spaltmethode zugeführt. Dabei wird der Fistelkanal mit der kleinen Muskelbrücke über der Sonde gespalten und so in eine Rinne überführt, welche dann im weiteren Verlauf ohne Naht zuheilt. Ein spürbarer Verlust der Schließmuskelfunktion ist hierbei nicht zu erwarten. Damit wird ein rasches Abklingen der Beschwerden erreicht. Der Analabszess bedarf immer einer operativen Behandlung. Abschwellende Maßnahmen allein bzw. die Gabe von Antibiotika verschleppen den Heilverlauf und können zu ernsthaften Komplikationen führen.

Behandlung | Operative Therapie bei Analabszessen
Der Operateur sucht während des kurz andauernden Eingriffs (in der Regel in Vollnarkose oder rückenmarksnaher Betäubung) nach einer möglichen Verbindung der Eiterhöhle zum After. Lässt sich diese nachweisen, wird ein Faden durch den Kanal gezogen und die diesem Abszess zugrundeliegende Analfistel markiert und drainiert (Fadendrainage). Dieser Faden, der den Patienten in der Regel nicht stört, verhindert eine erneute Abszessbildung. Nach Abklingen der Entzündungserscheinungen wird die zugrunde liegende Fistel einer operativen Therapie zugeführt, gewöhnlich nach circa acht Wochen.

Eine Analfissur ist ein Längsriss der Schleimhaut im Bereich des äußeren Enddarms. Das Krankheitsbild kann nach einer einfachen Diagnosestellung erfolgreich behandelt werden. Auch eine Vorbeugung ist wichtig.

Beschwerden
Starke Schmerzen beim Stuhlgang, Verstopfung und Blutauflagerungen sind die Hauptsymptome. Die exakten Ursachen für die Entstehung eines Afterrisses sind noch nicht abschließend bekannt.

Ursachen
Die Hauptaufgabe des Enddarms ist die Stuhl- und Windhaltefähigkeit (Stuhl- und Windkontinenz). Die Stuhl- und Windhaltefähigkeit des Enddarms wird durch einen komplizierten Muskelapparat bewältigt. Besonders wichtig ist dabei der innere Schließmuskel (Musculus sphinkter ani internus), der trichterförmig im Becken liegt und dessen kleinere Öffnung den Anus umschließt. Dieser Muskel ist unter einer ständigen Dauerspannung (Tonus), die vom vegetativen Nervensystem stets den aktuellen Bedürfnissen der Verdauung und Ausscheidung angepasst wird. Dieser innere Sphinktermuskel ist im Gegensatz zum äußeren Sphinktermuskel willentlich nicht beeinflussbar. Es wird vermutet, dass u.a. ein harter Stuhl, ein Hämorrhoidalleiden oder ein lang andauernder Durchfall zu Schäden an der Analschleimhaut führen. Der erhöhte Sphinktertonus führt zu Durchblutungsstörungen. Dadurch heilen die Gewebeschäden schlechter ab. Ist erstmal eine akute Analfissur entstanden, so entsteht ein Teufelskreis: Die Schmerzen führen zu einem höheren Sphinktertonus, dieser behindert wiederum die normale Wundheilung.

Eine chronisch erhöhte Muskelspannung des Schließmuskels (Sphinktertonus) sorgt dafür, dass Schleimhautdefekte im Analbereich schlechter abheilen. Die starken Schmerzen, die beim Stuhlgang von der Wunde ausgehen, erhöhen wiederum den Sphinktertonus. Ein Schmerzkreislauf baut sich auf und eine chronische Analfissur entsteht. Eine Wunde im Analbereich ist sofort mit Keimen aus der Darmflora infiziert. Wahrscheinlich tragen auch Entzündungsprozesse zu den Wundheilungsstörungen bei. Akute und chronische Analfissuren werden unterschiedlich behandelt.

Behandlung | Diagnosestellung
Der behandelnde Arzt untersucht in Seitenlage oder so genannter Steinschnittlage (wie beim Frauenarzt) nach den äußeren Anzeichen einer Analfistel. Anschließend wird mit dem Finger der Schließmuskel nach krankhaften Veränderungen, insbesondere nach einer inneren Fistelöffnung abgetastet, welche sich als ein Grübchen darstellen kann. Bei unsicherem Befund erfolgt eine Spiegelung des inneren Afters, die so genannte Proktoskopie. Diese ist nicht unangenehmer als eine Untersuchung mit dem Finger. Durch vorsichtige Sondierung bzw. durch Einbringen von einer Farbstofflösung in die äußere Fistelöffnung, kann die innere Fistelöffnung eindeutig dargestellt werden. Nach Voroperationen sind die Befunde manchmal durch vernarbtes Gewebe schwierig zu interpretieren. Hier hilft eine Überprüfung mit Ultraschall (Endosonographie) oder eine Kontrastmitteluntersuchung weiter.

Behandlung | akute Analfissur
Die akute Analfissur wird konservativ behandelt. Die medikamentöse Therapie spielt hier eine große Rolle. Salben oder Zäpfchen werden zur Stillung des Schmerzes und zum Abschwellen der schmerzhaften Verletzung eingesetzt. Gelegentlich werden auch Schmerztabletten oder -tropfen verschrieben. Des Weiteren ist es möglich, ein Betäubungsmittel im Bereich der Analfissur einzuspritzen, um den beschriebenen Schmerzkreislauf zu unterbrechen. Milde Abführmittel (Laxantien) unterstützen die Therapie und erleichtern den Stuhlgang. Angewandt werden dabei u. a. Milchzucker, Docusat-Natrium oder auch diätische Ratschläge.

Warme Sitzbäder entspannen den Sphinktermuskel. Auch sogenannte Analdehner kommen gelegentlich zur Anwendung. Dies ist ein fingerförmiger Plastikkegel, den die Patienten mehrmals am Tag selbst anwenden, um die Muskelspannung durch regelmäßige Dehnung des Schließmuskels zu verringern.

Behandlung | chronische Analfissur
Halten die Beschwerden länger als einige Wochen an oder kommt es zu Rückfällen, so ist wegen des beschriebenen Schmerzkreislaufes nicht mehr mit einer Spontanheilung zu rechnen. Um mögliche Komplikationen zu verhindern und die Lebensqualität zu verbessern, sollte eine chronische Analfissur daher operiert werden.

Früher wurde eine so genannte laterale Sphinkterotomie durchgeführt. Dabei wurde der innere Schließmuskel teilweise durchtrennt, um die Muskelspannung auf Dauer zu reduzieren. Oder der Schließmuskel wurde unter Narkose aufgedehnt. Diese beiden Verfahren werden heutzutage allerdings nur noch mit Zurückhaltung angewendet, da sie bei Komplikationen zur Stuhlinkontinenz führen können. Heutzutage wird das Geschwür in einer Kurznarkose entfernt (Fissurektomie). Dabei bleibt der Schließmuskel vollständig erhalten. Nur wenn als Komplikation bereits eine Fistel entstanden ist, dann werden oberflächliche Anteile des Schließmuskels aufgespalten. Die Operation ist in der MANUS KLINIK ambulant durchführbar. Um in der Nachbehandlung die Wundheilung zu unterstützen, werden Sitzbäder und ein mildes Abführmittel zur Stuhlregulierung verschrieben.

Eine chronische Analfissur ist eine offene Wunde, in die ständig Keime gelangen. Dadurch kann sich aufgrund aufrecht erhaltender Entzündungsprozesse eine Analfistel ausbilden. Die Folge von einer Fissur oder einer Fistel kann auch ein Analabszess sein. Ein Abszess ist eine lokalisierte Entzündung mit Eiterbildung, die sich im Bindegewebe nicht ausbreiten kann. Der Analabszess erzeugt eine gerötete prall elastische Schwellung, die mit heftigen Schmerzen, Fieber und Schüttelfrost einhergehen kann. Bei diesem Krankheitsbild ist eine sofortige operative Behandlung notwendig.

Eine Steißbeinfistel ist eine chronische Infektion der Haut im Bereich des Steißbeins. Starker Haarwuchs in dieser Region begünstigt diese Erkrankung. Manche Haare durchbrechen die Haut nach innen anstatt nach außen zu wachsen. Dies kann zu Entzündungen führen, die zunächst ein Abszess – und später Gänge (Fisteln) in der Haut verursachen. Die Steißbeinfistel entwickelt sich oftmals nachdem sich ein aufgetretener Abszess zurückgebildet hat. Diese Fistel besteht aus mehreren Gängen und Hohlräumen unter der Haut, welche kleinere Öffnungen an der äußeren Haut aufweisen. Obwohl einige dieser Fistelgänge ohne Behandlung austrocknen können, ist bei den meisten Patienten ein chirurgischer Eingriff erforderlich. Der Abszess wird operativ eröffnet, um den Eiter abzulassen und die Entzündungsreaktion sowie die Schmerzen zu reduzieren.

Ursachen
Männer sind häufiger betroffen als Frauen und erkranken meistens zwischen der Pubertät und dem 40. Lebensjahr. Übergewichtige Patienten sind deutlich häufiger anzutreffen. Mit zunehmendem Alter werden die Haarschäfte dünner und weicher, wodurch sie seltener eine Entzündung verursachen. Es gibt verschiedene Ausprägungen der Erkrankung und die Symptome sind vielfältig.

Beschwerden
Das Erscheinungsbild einer Steißbeinfistel (Pilonidalsinus) reicht von einem kleinen Pickel bis zu einem großen schmerzhaften Abszess. Die Hautregion ist angeschwollen und gespannt. Oft kommt es zu einer Absonderung von Flüssigkeit, die entweder klar, trüb oder blutig sein kann. Falls eine Infektion vorliegt, entwickelt sich eine Rötung, Spannung und Austritt von Eitersekret. Fieber, allgemeines Krankheitsgefühl oder Schwindel sind ebenfalls Ausdruck einer stärkeren Infektion.

Eine gewisse Anzahl von Patienten entwickelt immer wieder Infektionen. Die chronische Erkrankung verursacht Perioden von Schwellungen, Schmerz und Sekretabsonderungen. In diesen Fällen ist immer eine Operation notwendig.

Behandlung | Operative Methode
Ein größeres Fistelsystem muss chirurgisch entfernt werden. Die Wunde wird je nach Befund entweder primär verschlossen oder offen gelassen. Im letzteren Fall benötigt die langsame Abheilung der Wunde mehrere Wochen oder Monate.

Falls die Wunde verschlossen werden konnte, muss sie trocken und sauber gehalten werden, bis die Haut völlig abgeheilt ist. Bei offener Wunde sind regelmäßige Spülungen und Vorlagen mit Mullkompressen erforderlich, um Sekret aufzufangen und eine Heilung vom Boden der Wunde aus zu ermöglichen. Nach Abheilung sollte die Steißbeinregion von Haaren freigehalten werden. Dies kann durch regelmäßiges Rasieren oder durch die Anwendung einer Enthaarungscreme, im Zeitraum von zwei bis drei Wochen, erreicht werden.

Marisken sind hautfarbene nicht schmerzhafte Knoten bzw. Hautlappen am äußeren Analrand, die sowohl einzeln – als auch mehrfach sowie zirkulär um den Analrand herum erscheinen können. Sie sind von weicher bis kräftiger Konsistenz ganz unterschiedlicher Größe und können in jedem Lebensalter auftreten. Man unterscheidet zwischen so genannten primären und sekundären Marisken.

Die primären Marisken treten weitaus häufiger auf und entstehen ohne erkennbaren Grund. Sekundäre Marisken können nach proktologischen Erkrankungen, wie z. B. Hämorrhoiden, Analvenenthrombosen, Analfissuren oder chronischen Entzündungen, entstehen. Es handelt sich hierbei um Folgezustände vorausgegangener Erkrankungen.

Beschwerden
In den seltensten Fällen verursachen Marisken Beschwerden, oft stellen sie allenfalls ein kosmetisches oder hygienisches Problem dar. Mechanische Reizung, z. B. durch forcierte Analhygiene oder eng anliegende Unterwäsche kann zu entzündlichen Veränderungen und schmerzhaften Einrissen führen. In solchen Fällen sind Juckreiz, Brennen, Nässen und Blutungen die Folgen.

Behandlung | Diagnosestellung
Zur Sicherung der Diagnose genügen die Blickdiagnose und eine Spiegelung des Analkanals (Proktoskopie). Nach einer chirurgischen Entfernung der Marisken findet eine feingewebliche Untersuchung statt.

Behandlung | Konservative Methode
Asymptomatische Marisken bedürfen keiner Behandlung. Bei auftretenden Beschwerden ist eine symptombezogene Behandlung mit Salben, Sitzbädern und Optimierung der Analhygiene angezeigt.

Behandlung | Operative Methode
Sollte es zu keiner Besserung kommen, so ist eine chirurgische Abtragung (Resektion) erforderlich.

Feigwarzen oder Genitalwarzen sind die häufigsten gutartigen Tumore an der Austrittsöffnung des Darmes oder um diese Region herum. Sie werden durch Viren verursacht. Die Feigwarzen (Condylomata acuminata) können am Analrand und im Analkanal sowie in den benachbarten Regionen der Haut, in den Leisten oder Schamlippen und am Hodensack entstehen. Beim männlichen Geschlecht treten sie am häufigsten am Penis, im Bereich der Eichel, auf.

Die Erscheinungsformen der Feigwarzen variieren von einzelnen weißlichen Knötchen über rasenartige Ausdehnung bis hin zu großen so genannten Riesenkondylomen, welche bei zerstörendem Wachstum auch als Bucksche-Löwenstein-Tumore bezeichnet werden. Bei dem Eindringen in umliegende Gewebe- und Zellstrukturen (infiltrierendes Wachstum) werden diese Tumore dann der Gruppe der warzenartigen (verrukösen) Karzinome zugeteilt.

Ursachen
Die Feigwarzen sind gutartige Tumore eindeutiger Ursache, die mit verschiedenen Beschwerden einhergehen können Sie werden durch menschliche Papillomviren hervorgerufen. Diese gehören zu der Gruppe der so genannten Papovaviren. In seltenen Fällen sind Untertypen beteiligt, welche mit einem erhöhten Entartungsrisiko für die Entwicklung von so genannten Plattenepithelkarzinomen einhergehen. Dies sind bösartige Tumore, die von den Epithelien der Haut und der Schleimhaut ausgehen. Die Verbreitung von Feigwarzen innerhalb der Bevölkerung ist hoch. Durch den Virus entwickelte Antikörper können bei 60 Prozent der sexuell aktiven Bevölkerung nachgewiesen werden. Die Übertragung erfolgt am häufigsten sexuell, es werden jedoch auch Schmierinfektionen, insbesondere bei Kleinkindern, diskutiert.

Beschwerden
Patienten mit Feigwarzen schildern meist einen ausgeprägten Juckreiz, verbunden mit einem Nässen im Analbereich. Bei intensiver Analhygiene werden Blutspuren am Toilettenpapier beschrieben. Einzeln stehende Feigwarzen und ein reiner Befall innerhalb des Anus verursachen mitunter keinerlei Beschwerden und werden meist zufällig im Rahmen einer allgemeinen Untersuchung entdeckt. Der Schmerz ist kein Leitsymptom von Feigwarzen. In der dünnen Haut, die den unteren Abschnitt des Analkanals auskleidet (so genanntes Anoderm), können jedoch bei ausgeprägtem Befall oberflächliche Wunden auftreten. Ebenso kann es bei massivem Befall zu Reinigungsproblemen kommen, wobei sich dann ein übel riechendes Sekret absondern kann.

Behandlung | Diagnosestellung
Die Diagnose von Feigwarzen ist eine Blickdiagnose. Obligatorisch ist eine Enddarmspiegelung (Proktoskopie, Rektoskopie).

Im Zweifelsfall können die Feigwarzen mit fünfprozentiger Essigsäure betupft werden, wobei sie sich typischerweise weiß anfärben. Eine weiterführende Diagnostik auf andere sexuell übertragbare Krankheiten wie Syphilis, Tripper (Gonorrhoe) oder HIV sollte durchgeführt werden. Ebenso sollte eine Untersuchung des Sexualpartners erfolgen, um die Möglichkeit einer Infektion auszuschließen.

Die Therapie der Feigwarzen richtet sich nach Anzahl, Menge und Lokalisation der Tumore. 30 Prozent von einzeln stehenden Feigwarzen heilen spontan und es bedarf keiner Behandlung. Das Widerauftreten der Erkrankung nach ausreichender Therapie (die so genannte Rezidivrate) ist mit einer Quote von ebenfalls circa 30 Prozent jedoch relativ hoch. Aus diesem Grund sollten operierte Patienten engmaschig nachuntersucht werden, um Rezidive frühestmöglich zu erkennen und zu behandeln.

Behandlung | Konservative Methode
Bei einzelnen Feigwarzen kann ein Therapieversuch mit lokalen Chemotherapeutika unternommen werden.

Behandlung | Operative Methode
Bei massivem Befall ist die chirurgische Therapie das Mittel der Wahl. Bei zu tiefer Ausschneidung des betroffenen Gewebes, vor allem im Analbereich, kann es zu einer einengenden Narbenbildung kommen (Stenose). Da Feigwarzen nur in der Haut wachsen, können sie auch mithilfe der so genannten Elektrokoagulation abgetragen werden. Hierbei werden kleine Gewebeabschnitte mithilfe von hochfrequentem Wechselstrom abgetragen. Durch kontinuierliche Wasserapplikation (Wet-Shaving) wird eine zu tiefe, hitzebedingte Schädigung der Haut vermieden. Des Weiteren können die Feigwarzen mit einem Laser zerstört werden.

Analfibrom
Das Analfibrom ist ebenfalls ein gutartiger Tumor. Es ist zumeist gut mit dem Finger ertastbar. Gelegentlich bildet es einen länglichen Stiel aus, der ein Vorfallen eines solchen Analfibroms bis vor den Afterkanal ermöglicht. Vorfallende Analfibrome können zu Hautirritationen des so genannten Anoderms (dünne Haut die den unteren Bereich des Analkanals auskleidet) führen, was sich ungünstig auf die Stuhlkontinenz auswirkt. Die Therapie besteht in einer chirurgischen Abtragung des Analfibroms. Diese Abtragung ist in den meisten Fällen mit einer elektrischen Schlinge problemlos möglich.

Die Analvenenthrombose wird im Volksmund häufig auch als „äußere Hämorrhoide“ bezeichnet. Dies ist medizinisch jedoch nicht korrekt. Bei Hämorrhoiden schwillt das Gefäßgeflecht der Enddarmschleimhaut an, was zu einem Vorfall von Gewebe bis vor den Analkanal führen kann. Im Gegensatz dazu beschreibt der Begriff Analvenenthrombose eine lokale Blutgerinnselbildung in kleinen Venen am Analrand, die unter der Haut verlaufen und kreisförmig die Analöff- nung umziehen. Es sind kugelige, meist blaue Knoten am äußeren Analrand, die beim Sitzen sowie bei der Stuhlent- leerung Schmerzen verursachen. Die Entstehung der Analvenenthrombose ist noch nicht vollständig geklärt.

Behandlung | Diagnosestellung
Die Diagnose geschieht üblicherweise durch eine direkte Inspektion des betroffenen Bezirks durch Ihren behandelnden Arzt. Die Thrombose schimmert durch die Haut als bläulich-blasser Knoten. Mitunter kommt es im fortgeschrittenen Stadium der Analvenenthrombose zu einem spontanen Durchbruch des Gefäßes mit Austritt von Blut, Gerinnseln und Sekret. Die meisten Analvenenthrombosen bilden sich spontan zurück und bedürfen keiner operativen Behandlung.

Behandlung | Operative Methode
Bei starken Schmerzen ist die Therapie der Wahl eine chirurgische Eröffnung der Analvenenthrombose unter ärztlicher Betäubung. Im Anschluss an den Eingriff wird die entstandene Wunde mit einer Salbenkompresse versorgt. Hier bieten sich entweder desinfizierende Salben an oder die üblichen Präparate, die auch bei Hämorrhoiden angewandt werden. Des Weiteren werden das Ausduschen der Wunde sowie Kamillesitzbäder empfohlen. Die Wunde heilt in der Regel komplikationslos, mit einem Widerauftreten der Analvenenthrombose muss jedoch in bis zu 50 Prozent aller Fälle gerechnet werden.

FACHBEREICHE.


Fachbegriffe.


  • Abszess
  • Analabszess
  • Analfibrom
  • Analfissur
  • Analfistel
  • Analvenenthrombose
  • Bucksche-Löwenstein-Tumore
  • Condylomata acuminata
  • Extrasphinktäre Analfistel
  • Feigwarzen
  • Genitalwarzen
  • Hämorrhoiden
  • Innerer Schließmuskel
  • Intersphinktäre Analfistel
  • Marisken
  • Musculus sphinkter ani internus
  • Papovaviren | Papillomviren
  • Proktodealdrüsen
  • Proktoskopie
  • Rektoskopie
  • Suprasphinktäre Analfistel
  • Spiegelung des inneren Afters | Enddarms
  • Steißbeinfistel
  • Transsphinktäre Analfistel
  • Wet-Shaving